Ausbildungskonzept

Unser Dirigent Arno Hupprich bildet derzeit unsere Schülerinnen und Schüler im Akkordeonspiel aus.


Den ersten Erfolg konnte man beim letzten Jahreskonzert im November 2015 live miterleben. Sie musizierten im Rahmen eines Projektschülerorchesters das erste Mal gemeinsam vor großem Publikum.

Ein voller Erfolg!

Wer Interesse am Akkordeon-Unterricht hat, kann sich gerne bei uns melden, siehe Kontakte.

Außerdem gestaltet das Akkordeonorchester Leutenbach seit mehreren Jahren das sogenannte Leutenbacher Musikmodell mit. Hierbei bekommen alle Schüler der 2. Klasse in der Grundschule die Möglichkeit eines kostenlosen Musikunterrichtes über ein ganzes Jahr. Die Musikinstrumente werden hierzu beitragsfrei gestellt.

 

Wie Akkordeonspielen bei Kindern an der Leutenbacher Grundschule die Lust am Musikmachen weckt

Leutenbach. Man kann draufdrücken, kann es quetschen, ziehen und bringt relativ leicht Töne und kleine Lieder heraus. So gesehen, findet das Leutenbacher Akkordeonorchester, ist das Akkordeon das ideale Instrument, um Kinder ans Musizieren heranzuführen – ohne Notenlesen und graue Theorie, sondern übers Zuhören und Nachahmen.

Irgendwie wirkt dieses Instrument doch wie aus einer anderen Zeit: als es noch keine CD und schon gar keine MP3 gab. Als man abends nicht in die Glotze stierte, sondern zusammensaß und Lieder sang. Volkslieder, deren Text jeder kannte. Und dazu orgelte ein Akkordeon. Eine irgendwie romantische, aber auch eine unglaublich angestaubte, altbackene Vorstellung – zumindest für die, die mit Stereoanlage und MP3-Player aufgewachsen sind, und mit Keyboard und Stromgitarre.

Gar nicht romantisch fanden manche Eltern vor zwei Jahren den Gedanken, dass ihre Kinder an der Grundschule dazu verpflichtet werden sollen, ein Instrument zu lernen, und dass dieses auch noch ein Akkordeon sein soll. Doch die Vorbehalte beim Start des Leutenbacher Musikmodells sind längst aus der Welt geschafft. „Die  Eltern haben gemerkt: Den Kindern macht das echt Spaß“, sagt Claudia Lechner vom Akkordeonorchester.

Spielerisches Herantasten an die Musik und das Instrument

Montagmorgen, 9.30 Uhr, zehn Schüler der zweiten Klasse der Grundschule Leutenbach sitzen im Akkordeon-Unterricht bei Arno Hupprich im Kreis, ein Instrument auf dem Schoß, und das Spiel heißt Frage - Antwort: Hupprich spielt eine kurze Tonfolge, ein oder zwei Takte, und die Schüler antworten reihum. Und dann umgekehrt: Die Schüler fragen, Hupprich antwortet.

Improviations-Spiele im Akkordeon-Unterricht, das gab es noch nicht, als Hupprich selbst das Spielen gelernt hat. „Nee“, sagt er und muss lachen. „Strikt“ sei es damals vor allem zugegangen, mit klarem Programm und Hausaufgaben. „Das wäre heute nicht mehr denkbar“, sagt er. In diesem Schuljahr verzichtet er bei den Anfängern in der zweiten Klasse sogar ganz auf das Notenlesen. „Notenlernen frisst viel Zeit“, sagt Hupprich. „Mir kommt es eher darauf an, dass die Kinder spielen.“

Statt der Noten bekommen die fünf Finger der rechten Hand, die in die Tasten greifen, Nummern zugeteilt. Beethovens „Ode an die Freude“ beginnt dann so: Drei, drei, vier, fünf, fünf, vier, drei, zwei. Hupprich spielt Takt für Takt vor, die Schüler spielen ihm nach, und schnell klingt das schon eindeutig und sauber nach Beethoven. „Und jetzt bau mer die Takte zusammen“, sagt Hupprich. „Wer kann’s?“ Viele können und wollen und strecken eifrig.

28 Zweitklässler haben sich in diesem Schuljahr für die Akkordeon-Klasse entschieden. 15 besuchen parallel den Trompeten-Unterricht des Musikvereins. „Der Vorteil beim Akkordeon ist, wenn sie die richtige Taste drücken, dann kommt auch der richtige Ton raus“, sagt Claudia Lechner. „Akkordeon kann jeder spielen“, stimmt Arno Hupprich zu. Bei der Trompete brauche man bestimmte Voraussetzungen und viel Technik.

„Wer sich das Instrument anguckt, sieht: Das hat alles für Kinder“, sagt Lechner. „Tasten, Druckknöpfe, man kann’s drücken, man kann’s ziehen. Es gibt kein Kind in der zweiten Klasse, das sagt: Das Akkordeon ist ein altbackenes Instrument.“ Außerdem tauche das Akkordeon in der modernen Musik und in Liedern aus den Charts ständig auf. Zwar über ein Keyboard, aber der Klang, der ist Akkordeon.

Und noch einen Vorteil hat das Instrument: Man hat den Mund frei und kann dazu singen. Zum Abschluss spielt Arno Hupprich Klasse „Summ, summ, summ“. Ganz von selbst und unaufgefordert singen alle mit. Fast wie in alten Zeiten.

 

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 24.04.2013 "Die Freude am selbst gemachten Ton"